Selbstabtastung der Brust – erster Schritt der Vorsorge
Haben Sie schon von der Selbstabtastung der Brust gehört, wissen aber nicht so recht, wo Sie anfangen sollen? Sie sind nicht allein. Jeden Oktober, anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober (Pink October), kommt diese Frage in unseren Gesprächen mit Ihnen auf: Wie tastet man die eigene Brust ab, ohne in Angst zu verfallen oder sich von zu technischen Anleitungen überfordert zu fühlen?
Bei Capilocia begleiten wir jeden Tag Frauen, die von Brustkrebs betroffen sind – vor, während und nach ihrer Behandlung. Wir wissen, wie sehr Vorsorge beruhigt, wenn sie einfach erklärt wird, ohne Fachchinesisch und ohne zu dramatisieren.
In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, worum es sich bei der Selbstabtastung der Brust wirklich handelt, für wen sie gedacht ist, wann und wie man sie Schritt für Schritt durchführt und was zu tun ist, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt.
Keine Schuldzuweisungen, kein medizinisches Fachchinesisch: einfach klare und geprüfte Informationen, erklärt mit demselben offenen Ohr und derselben Fürsorge, mit der wir Sie bei jedem Schritt begleiten.
Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht.
Was ist die Selbstabtastung der Brust und warum sollte man sie durchführen?
Die Selbstuntersuchung der Brust ist eine ganz einfache Maßnahme: Sie betrachten und ertasten Ihre Brüste zu Hause, um sie besser kennenzulernen und eventuelle Veränderungen leichter zu bemerken. Sie brauchen keine Ausrüstung, Sie müssen keine Ärztin sein: nur ein paar Minuten, einmal im Monat.
Bringt das wirklich etwas? Muss man sich Sorgen machen, um damit anzufangen?
Viele Frauen stellen uns diese Frage, und die Antwort ist einfach: Je besser Sie Ihre Brust im gewohnten Zustand kennen, desto schneller bemerken Sie eine tatsächliche Veränderung. Es ist vor allem eine Geste der Fürsorge für sich selbst, die sich ganz stressfrei in Ihre Routine einbinden lässt – wie jede andere Pflegegewohnheit auch.
Für wen ist das Abtasten der Brust wichtig?
Alle Frauen, ganz unabhängig von ihrem Alter. Die Krebshilfe empfiehlt, ab etwa 25 Jahren damit zu beginnen, und diese Maßnahme bleibt in jedem Alter sinnvoll, auch nach den Wechseljahren.
Situationen, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern
Manche Frauen sollten besonders aufmerksam sein:
- eine familiäre Vorbelastung mit Brust- oder Eierstockkrebs (Mutter, Schwester, Tante);
- eine bekannte genetische Mutation wie BRCA1 oder BRCA2;
- ein dichtes Brustgewebe, das die Auswertung einer Mammographie erschweren kann;
- eine laufende Hormonbehandlung.
Gut zu wissen: Brustkrebs betrifft ganz überwiegend Frauen, in seltenen Fällen aber auch Männer. Achtsamkeit kennt kein Geschlecht, und es gibt bei diesem Thema keinerlei Grund für Tabus, ganz gleich, welches Profil Sie haben.
Wann sollte man die Brust selbst abtasten?
Idealerweise einmal im Monat, einige Tage nach Ende der Periode, wenn die Brüste am wenigsten empfindlich und am wenigsten geschwollen sind. Frauen nach den Wechseljahren oder ohne regelmäßigen Zyklus wählen am besten ein festes Datum im Monat (zum Beispiel den 1.), um eine Routine zu entwickeln.
Warum sollte man die Zeit der Periode meiden?
Hormonschwankungen machen die Brüste vor und während der Periode von Natur aus empfindlicher und manchmal knotiger. Die Folge: Es fällt schwerer, eine echte Veränderung von einer normalen Schwankung zu unterscheiden. Einen stabilen Zeitpunkt im Zyklus zu wählen, macht die Selbstuntersuchung Monat für Monat verlässlicher.
Wie tastet man die Brust Schritt für Schritt selbst ab?
Planen Sie etwa 5 Minuten an einem ruhigen Ort ein: unter der Dusche oder vor dem Spiegel, ganz wie Sie möchten. Führen Sie diesen Ablauf einmal im Monat durch:
Schritt 1: Betrachten Sie Ihre Brüste stehend vor einem Spiegel, zuerst mit herabhängenden, dann mit erhobenen Armen: Achten Sie auf Einziehungen, Hautfalten, Rötungen oder ungewöhnlichen Ausfluss.
Schritt 2: Heben Sie einen Arm hinter den Kopf, um die zu untersuchende Brust freizulegen.
Schritt 3: Führen Sie mit den drei mittleren Fingern der gegenüberliegenden Hand kleine kreisende Bewegungen mit festem Druck aus, ohne sich wehzutun, von außen nach innen zur Brustwarze hin.
Schritt 4: Tasten Sie den gesamten Bereich ab: natürlich die Brust, aber auch die Achselhöhle, den Bereich bis zum Schlüsselbein und den Rand des Brustbeins.
Schritt 5: Schließen Sie ab, indem Sie die Brustwarze sanft zusammendrücken, um zu prüfen, ob keine Flüssigkeit austritt.
Schritt 6: Wiederholen Sie denselben Vorgang an der anderen Brust.
Worauf Sie achten sollten
- ein Knoten oder eine ungewöhnliche Verhärtung, schmerzhaft oder schmerzlos;
- eine Veränderung der Form oder Größe einer Brust;
- ein Einziehen oder Verziehen der Brustwarze;
- Haut, die sich kräuselt, rötet oder wie „Orangenhaut“ aussieht;
- ein Ausfluss, der klar, gelblich oder blutig ist;
- ein tastbarer Lymphknoten in der Achselhöhle.
Haben Sie etwas Ungewöhnliches bemerkt? Das können Sie tun!
Keine Panik. Die allermeisten beim Abtasten entdeckten Knoten sind nicht bösartig: Meist handelt es sich um Zysten oder Fibroadenome – sehr häufige, gutartige Veränderungen. Dennoch gilt eine Grundregel: Jede neue oder anhaltende Auffälligkeit sollte zeitnah von einem Arzt oder einer Gynäkologin untersucht werden.
Diese Fachperson kann bei Bedarf eine ergänzende Mammographie oder Ultraschalluntersuchung anordnen, um Klarheit zu schaffen. In den allermeisten Fällen wird Ihnen dieser Termin vor allem eines bringen: Beruhigung.
Und falls doch etwas vorliegt, macht ein frühes Handeln den entscheidenden Unterschied: In Frankreich werden heute 60 % der Brustkrebserkrankungen im Frühstadium erkannt (Quelle: Institut National du Cancer), was die kontinuierliche Verbesserung der Heilungschancen maßgeblich erklärt.
Eine Maßnahme, die die ärztliche Vorsorge ergänzt, sie aber niemals ersetzt
Eine kleine Präzisierung, ohne diesen Schritt schmälern zu wollen: Bislang zeigen Studien nicht, dass die reine Selbstuntersuchung allein die Sterblichkeit bei Brustkrebs senkt (darauf weisen gynäkologische Fachgesellschaften regelmäßig hin). Und das ist völlig in Ordnung: Das ist schlichtweg nicht ihre Aufgabe.
Ihre Aufgabe ist es vielmehr, Ihnen zu helfen, Ihre Brust besser kennenzulernen, um Veränderungen früher wahrzunehmen. Den größten Schutz bietet das organisierte Mammographie-Screening, das Frauen von 50 bis 74 Jahren alle 2 Jahre kostenlos von den Krankenkassen angeboten wird, in Kombination mit einer jährlichen Kontrolluntersuchung bei Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.
Merken Sie sich einfach: Die Selbstuntersuchung ist eine Ergänzung. Sie ersetzt niemals die ärztliche Vorsorge.
Zusammenfassend: Die Selbstabtastung hilft Ihnen, Ihren Körper besser kennenzulernen. Für die Gesundheit Ihrer Brust ergänzt sie – und ersetzt keinesfalls – die Mammographie (ab 50 Jahren alle 2 Jahre voll übernommen) und die jährliche Untersuchung durch medizinisches Fachpersonal.
Wussten Sie schon? Brustkrebs in Zahlen
Hier sind einige Zahlen – nicht, um Sie zu beunruhigen, sondern um zu verdeutlichen, warum jeder achtsame Schritt wirklich zählt:
- 61.214 Frauen erkranken in Frankreich jedes Jahr neu an Brustkrebs: Es ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
- Das mittlere Erkrankungsalter bei der Diagnose liegt bei 64 Jahren, die Erkrankung kann jedoch auch deutlich früher auftreten: Wachsamkeit betrifft alle erwachsenen Frauen, nicht erst nach den Wechseljahren.
- Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 88 % – ein stabiler und ermutigender Wert, der den Fortschritten in Früherkennung und Therapie zu verdanken ist.
- Die Sterblichkeit bei Brustkrebs sinkt von Jahr zu Jahr weiter, obwohl die Zahl der Diagnosen leicht ansteigt – ein klares Zeichen für eine immer wirksamere medizinische Versorgung.
Die gute Nachricht: Diese Fortschritte sind zu einem großen Teil der Achtsamkeit jeder Einzelnen zu verdanken. Deshalb zählt Ihr monatlicher Check, auch wenn er noch so klein erscheint.
Zusammenfassend gilt: Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Genau darum geht es bei der Achtsamkeit:
- Monatliches Selbstabtasten
- Jährliche Vorsorgeuntersuchung
- und Mammographie ab 50 Jahren (oder bei Risikofaktoren auf ärztlichen Rat auch früher).
Rosa Oktober und die Begleitung durch Capilocia
Sie fragen sich vielleicht, was ein Perückenanbieter in einem Artikel über das Abtasten der Brust zu suchen hat? Der Rosa Oktober (Octobre Rose) ist ein ganzer Monat, der der Sensibilisierung für die Brustkrebs-Früherkennung gewidmet ist.
Und bei Capilocia hört unser Engagement nicht bei der Prävention auf: Wir wissen, dass eine Diagnose für manche von Ihnen eine Behandlung und manchmal auch einen therapiebedingten Haarausfall mit sich bringt.
Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld diese Phase durchleben, sollten Sie wissen, dass Sie auch in diesem Moment nicht allein sind.
Capilocia ist von der Krankenkasse zugelassen und bietet von der Krankenversicherung erstattungsfähige Zweithaar-Lösungen an: medizinische Perücken, aber auch Turbane und Tücher für die Tage, an denen Sie eine leichtere Alternative bevorzugen.
Wir bieten auch eine kostenlose und persönliche Haarberatung per Telefon an, um Sie ganz ohne Druck und in Ihrem eigenen Tempo zu der Lösung zu begleiten, die wirklich zu Ihnen passt.
FAQ – Ihre Fragen zum Selbstabtasten der Brust
Ab welchem Alter sollte man die Brust selbst abtasten?
Ab etwa 25 Jahren, auch wenn es keine starre Altersgrenze gibt. Diese Routine bleibt das ganze Leben lang sinnvoll, auch nach den Wechseljahren, und zwar einmal im Monat.
Ersetzt das Selbstabtasten die Mammographie?
Nein. Das Selbstabtasten ist eine ergänzende Achtsamkeitsmaßnahme, ersetzt jedoch niemals das organisierte Mammographie-Screening (in der Regel alle 2 Jahre für anspruchsberechtigte Frauen) oder die jährliche klinische Untersuchung durch medizinisches Fachpersonal.
Ist es besorgniserregend, einen Knoten in der Brust zu spüren?
Nicht zwingend: Die meisten ertasteten Knoten sind gutartig (Zysten, Fibroadenome). Dennoch sollte jede neue oder anhaltende Veränderung zeitnah von einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden, um jegliche Zweifel auszuräumen und schnell Beruhigung zu finden.
Wann im Menstruationszyklus sollte man die Brust am besten abtasten?
Idealerweise einige Tage nach dem Ende der Periode, wenn das Brustgewebe weniger empfindlich und weniger geschwollen ist. Frauen in den Wechseljahren wählen am besten jeden Monat ein festes Datum, um eine feste Routine beizubehalten.
Betrifft Brustkrebs nur Frauen?
Nein: Er betrifft überwiegend Frauen, tritt aber seltener auch bei Männern auf. Achtsamkeit und Früherkennung sind für alle Menschen wichtig, ganz ohne Ausnahme und ohne Tabus.