Porträt von Sylvie: Ihr Geheimnis? Sich mit echter wie virtueller Liebe umgeben!

Man muss sich das Recht zugestehen, zu weinen, zu schlafen, nach eigenem Belieben (gesund) zu essen und egoistisch zu werden...
Anlässlich des Oktobers Rosa, des Monats der Sensibilisierung für die Früherkennung von Brustkrebs, sind wir Sylvie begegnet. Wenn Sie in den sozialen Netzwerken aktiv sind, ist ihr Gesicht Ihnen vielleicht vertraut. Sie finden sie auf Instagram unter dem lieblichen Namen @angielaclochette.
Nachdem bei Sylvie ein triple-negativer Brustkrebs diagnostiziert und Lungenmetastasen festgestellt wurden, teilt sie täglich auf ihrem Konto, ungefiltert und mit der ganzen Authentizität, die wir so an ihr lieben. Ihr Account ist ihr Ventil, das es ihr ermöglicht, ihren Schmerzen Worte zu geben. Und sie hatte sicher nicht mit dieser Welle der Liebe gerechnet, die von ihrer Kommunauté ausgeht, die stetig wächst. Eine Kommunauté, der sie sehr zugetan ist, die sie unterstützt, ermutigt und ihr täglich wohlwollende Nachrichten schickt!
Und wenn sie vom Virtuellen ins Reale wechselt, kann sie auf die bedingungslose Unterstützung ihrer besseren Hälfte, ihrem Fels in der Brandung, zählen. Sie erinnert uns daran, wie wichtig es ist, eine Schulter zu haben, auf die man sich stützen kann, und dass das Umfeld eine wesentliche Rolle in ihrem Kampf spielt.
An Sie, Sylvie, aber auch an all die inspirierenden Frauen, die in den sozialen Netzwerken ihre Geschichten teilen, sagen wir ein herzliches Dankeschön! Danke, dass Sie uns daran erinnern, dass Krebs nicht rosa ist, dass Frauen, die an Krebs erkrankt sind, das „Recht haben zu weinen, zu schlafen, egoistisch zu werden" – und dass sie trotz der Krankheit schön und stark bleiben!
Wer sind Sie in wenigen Worten? Wann und wie haben Sie von Ihrer Erkrankung erfahren? Wo stehen Sie heute?
Ich heiße Sylvie, ich bin 55 Jahre alt. Ich bin verheiratet und habe einen 23-jährigen Sohn. Seit 6 Jahren bin ich im Ruhestand. Seit dem 15. November 2019 habe ich einen triple-negativen Brustkrebs und seit dem 9. September 2020 – dem Tag meines Hochzeitstages und dem Geburtstag meines Sohnes – habe ich Lungenmetastasen.
Ich spürte eines Abends einen Knoten in meiner Brust. Bereits am nächsten Tag suchte ich meinen Hausarzt auf. Noch am gleichen Nachmittag ließ ich eine Ultraschalluntersuchung und eine Mammographie durchführen. Der Radiologe diagnostizierte eine Zyste. Die Monate vergingen und dieser Knoten begann mir Schmerzen zu bereiten – ich spürte etwas wie elektrische Entladungen. Ich ging erneut zu meinem Hausarzt und wiederholte die Ultraschalluntersuchung und die Mammographie. Ein anderer Radiologe wollte eine Biopsie durchführen: „Ich denke, es handelt sich um ein Karzinom und nicht um eine Zyste." Zehn Tage Wartezeit und ich erfuhr, dass ich Krebs hatte. Alles ging sehr schnell. Chemotherapien, Mastektomie, Lymphknotenentfernung, Strahlentherapie, orale Chemotherapie. Auf halbem Weg durch diese letzte Therapie klagte ich über Hüftschmerzen. Mein Schmerzspezialist ließ einen Tepscan durchführen. Es stellte sich heraus, dass ich ein mechanisches Problem an der Hüfte hatte und darüber hinaus Lungenmetastasen. Eine zweite Diagnose! Man schlug mir vor, an einer klinischen Immuntherapiestudie (als Doppelblindstudie) in Kombination mit zwei Chemotherapien teilzunehmen. Man musste mir rasch einen zweiten PAC legen, da der erste während meiner Mastektomie entfernt worden war. Ich wurde im Durchschnitt alle sechs Wochen kontrolliert. Das ermöglichte es, den Verlauf des Krebses zu beobachten.
Beim ersten Scan: deutliche Rückbildung einer Lungenläsion. Beim zweiten und dritten Scan: Feststellung einer Ruhephase der Metastasen. Beim dritten Scan hatte die Lungenmetastase ihr Volumen mehr als verdoppelt. Ich musste daher die klinische Studie verlassen, da ich die Voraussetzungen nicht mehr erfüllte. Ich habe neun Monate in dieser klinischen Studie mit Drei-Wochen-Zyklen „durchgehalten": zwei Wochen Behandlung / eine Woche „Ruhe".
Wie verlief die Mitteilung Ihrer Erkrankung an Ihr Umfeld? Wie haben die Menschen reagiert?
Bei der ersten Diagnose war mein Mann sehr stark, obwohl er nicht verstand, warum man mich nicht sofort operierte, anstatt auf eine neoadjuvante Chemotherapie zu setzen. Er wollte diesen Tumor nicht in meinem Körper.
Er hält meine Hand, tröstet mich, unterstützt mich, wischt meine Tränen ab. Er ist mein Fels in der Brandung.
Zu welchen Mitteln haben Sie gegriffen, um Ihren Haarausfall zu verbergen? Eher Team Perücke? Team Turban? Team Glatze?
Was meine Alopezie betrifft, greife ich auf die Perücke aus meiner ersten Alopezie zurück, habe aber große Lust, sie zu wechseln – Tücher, Turbonmützen, Sonnenhüte. Je nach Wetter, Lust und Situation bleibe ich auch mit kahlem Kopf.
Wie stehen Sie zu Perücken?
Ich habe ein Perückenmodell gewählt, das meiner Frisur vor der Erkrankung möglichst ähnlich war, um in dem Chaos aus Untersuchungen und Behandlungen ein wenig Stabilität zu bewahren. Meine zweite Perücke wird anders sein – ich habe Lust darauf, vielleicht den Wunsch, einen neuen „Look" auszuprobieren, falls meine Haare eines Tages nachwachsen. Ich sehe Perücken sehr positiv: Es gibt sie in einer sehr vielfältigen Auswahl (Schnitt, Farben, Strähnen usw.), und ich glaube, ihre Qualität hat sich stark verbessert.
Was sind Ihre Tipps und Tricks, um sich feminin zu fühlen?
Ich habe weder Tipps noch Tricks, um mich feminin zu fühlen. Ich schminke mich, um etwas Farbe ins Gesicht zu bekommen. Ich pflege mein Gesicht, meinen Körper, meine Nägel. Ich habe jedoch gelernt, den Wimpernausfall zu kaschieren und meine Augenbrauen nachzuzeichnen.
Vor meiner ersten Alopezie ließ ich meine Haare sehr kurz schneiden. Ich hatte einen Friseursalon gewählt, der als Händler der Marke meiner ausgewählten Perücke fungierte. Danach gingen mein Mann und ich ans Meer. Ich höre mich noch, wie ich zu ihm sage: „Von nun an möchte ich, dass wir jede Sache so erleben, als wäre es das letzte Mal." Ich glaube, wir sollten alle so leben – alles in vollen Zügen genießen, selbst die kleinen Nichtigkeiten.
Welche Botschaften möchten Sie den Menschen mitgeben, die gerade diesen gleichen Kampf durchleben?
Ich möchte den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, sagen, dass sie lernen sollen loszulassen und etwas mehr auf sich zu hören. Sich das Recht zugestehen, zu weinen, zu schlafen, nach eigenem Belieben (gesund) zu essen und egoistisch zu werden. Ich möchte ihnen sagen, dass sie schön und stark sind, und dass sie versuchen sollen, ihren Behandlern zu vertrauen.
Entdecken Sie sie auf ihrem Instagram-Profil : @angielaclochette
Wenn auch Sie das Bedürfnis verspüren, darüber zu sprechen, und wenn Sie sich austauschen möchten, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren: info@capilocia.de