Welchen Sport während und nach der Chemotherapie?

Man hört und liest es immer wieder, und dennoch tun wir es noch immer nicht genug: WIR MÜSSEN UNS BEWEGEN! Regelmäßige körperliche Aktivität hat vielfach ihre positiven Auswirkungen auf die Gesundheit bewiesen: Senkung des Risikos, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bestimmte Krebsarten (Brust, Darm, Lunge, Endometrium) zu entwickeln, Bekämpfung von Übergewicht, besseres Management von Stress und Angst… doch Sport scheint ein besonders wirksamer Verbündeter während und nach einer Chemotherapie zu sein. Als ideales Mittel, um Müdigkeit, Stress und Angstzustände infolge der Krankheit sowie Übergewicht – einen wichtigen Faktor in der Entstehung vieler Krebserkrankungen – zu bekämpfen, wird Sport von Ärzten ausdrücklich empfohlen. Zahlreiche Studien belegen seine positiven Auswirkungen auch nach der Behandlung und zeigen, dass er das Rückfallrisiko spürbar senkt.

KrebsfaktorenMangelnde körperliche Aktivität erweist sich als nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Entstehung von Krebs. Tatsächlich erweist sich unser zunehmend sitzender Lebensstil und unsere Gewohnheiten als nachteilig für uns...

Es bleibt also nur noch, die geeignete Aktivität zu wählen – denn nicht alle Sportarten sind empfehlenswert (manche können sogar nachteilig sein) – und loszulegen!

Doch zunächst wollen wir verstehen, warum Sport wichtig ist:

  1. In erster Linie ist die Wirksamkeit der Chemotherapie umso größer, je höher die Magermasse (d. h. die Muskelmasse) ist. Diese Korrelation, über die unter Ärzten mittlerweile Konsens besteht, veranlasst die behandelnden Ärzte, die Körperzusammensetzung (Mager-/Fettmasse) des Patienten bei der Festlegung der Behandlung zu berücksichtigen. Die Therapeuten suchen nämlich nach der minimal wirksamen Dosis für den Patienten (weder zu viel noch zu wenig). Diese Dosis ist proportional zur Muskelleistungsfähigkeit jedes Einzelnen. Mit anderen Worten: Je sportlicher man ist, desto besser wirkt die Chemotherapie und desto geringer ist die erforderliche Dosis.
  2. Zweitens ermöglicht körperliche Aktivität, einem der Hauptsymptome der Chemotherapie entgegenzuwirken: der MÜDIGKEIT. Sport während der Behandlung kann nämlich das körperliche Erschöpfungsgefühl um bis zu 30 % reduzieren! Sich zu bewegen und nach draußen zu gehen steigert also nicht nur die Wirksamkeit der Behandlung, sondern auch die Lebensqualität.
  3. Schließlich trägt körperliche Aktivität dazu bei, ein gutes Gleichgewicht zwischen Fett- und Magermasse aufrechtzuerhalten. Dies hilft, chronischen Krankheiten vorzubeugen, die zur Gruppe der sogenannten körperlichen Inaktivitätskrankheiten gehören (Krebs, aber auch Diabetes, Bluthochdruck…).

Wie viel und wann?

Timer: 30 Minuten körperliche Aktivität pro TagDas Wichtigste ist, REGELMÄSSIG zu sein: einen Sport einmal auszuprobieren und nie wieder hinzugehen, wird Ihnen nicht viel helfen. Ideal ist es, täglich mindestens 30 Minuten Aktivität zu absolvieren. Zügiges Gehen ist ein sehr guter täglicher Kompromiss, der leicht umsetzbar ist: Man kann seine Gewohnheiten ändern und Einkäufe sowie tägliche Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen, anstatt das Auto zu nehmen, die Treppe bevorzugen usw. Wenn Sie Tiere und/oder Kinder haben, nutzen Sie die Gelegenheit, gemeinsam aktiv zu sein und Sport zu treiben! Alle kommen auf ihre Kosten, und zusammen fällt es immer leichter. Denken Sie auch daran, dass alltägliche Aktivitäten wie Rasenmähen oder Hausarbeit ebenfalls eine Gelegenheit sind, sich zu bewegen und das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden.

SEIEN SIE AUSDAUERND! Die positiven Auswirkungen einer sportlichen Aktivität sind erst nach 6 bis 12 Wochen messbar – lassen Sie sich also Zeit und bewahren Sie Ihre wertvolle Motivation. Wählen Sie eine Aktivität, die Ihnen gefällt und die Ihnen Freude bereitet – so sind Sie zufriedener und können Ihre Motivation leichter aufrechterhalten.

Die ideale Häufigkeit liegt bei etwa 3-mal pro Woche. Es wurde nämlich gemessen, dass die positiven Auswirkungen einer Trainingseinheit 48 bis 72 Stunden anhalten – daher empfiehlt es sich, alle 2 bis 3 Tage erneut aktiv zu werden. Der Erholungstag ohne intensive Belastung zwischen zwei Einheiten ist wichtig, um die Vorteile vom Vortag zu festigen. Der ideale Zeitpunkt ist morgens und/oder am späteren Nachmittag.

Welchen Sport wählen? Ein Blick auf Pilates und Qi Gong

Orientieren Sie sich an "sanften" Sportarten wie Yoga, sanfter Gymnastik, Stretching, Tai Chi oder Pilates, die Flexibilität, Gleichgewicht, Ausdauer und Muskelkraft fördern und gleichzeitig dazu einladen, loszulassen und sich selbst anzunehmen. Denn über den Körper können wir unsere Einstellung verändern! Wassersportarten sind ebenfalls sehr empfehlenswert, da sie gelenkschonend sind und den gesamten Körper beanspruchen. Zögern Sie nicht, am Wochenende eine etwas intensivere Aktivität zu unternehmen, und wenn das Wetter es zulässt, im Freien zu trainieren.

Achtung! Je nach Krebserkrankung sind nicht alle Sportarten unbedingt geeignet: Eine Frau mit Brustkrebs wird Schwierigkeiten haben, Bogenschießen oder gar Klettern zu betreiben, wenn die Narben empfindlich sind. Nach einer Operation, bei der die Bauchmuskulatur durchtrennt werden muss, ist eine intensive Beanspruchung dieses Muskels nicht empfehlenswert. Daher wird dringend geraten, vor Beginn einer Aktivität den Arzt um Rat zu fragen und vor allem eine regelmäßige Begleitung im Hinblick auf die sportliche Praxis zu haben.

Qi Gong

Als neue Leitpraxis zur Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatienten ist Qi Gong eine Aktivität, die Körper und Geist verbindet und aus China stammt. Nach der traditionellen chinesischen Medizin ist das "Qi" die Lebensenergie, die alle Dinge belebt, und "Gong" bedeutet Arbeit oder Übung: Qi Gong ist daher eine Praxis, die darin besteht, das Qi zu trainieren, das heißt es zu mobilisieren, zu stärken, zu vermehren, zu reinigen, ins Gleichgewicht zu bringen und harmonisch durch Körper und Geist fließen zu lassen.

Ähnlich wie sanfte Gymnastik ist es eine Aktivität, die von immer mehr Westlern in Parks oder in der Halle praktiziert wird, oft in Kombination mit Tai Chi, das ebenfalls darauf abzielt, unsere Energien zu aktivieren.

Die regelmäßige Praxis des Qi Gong soll die muskuloskelettale Struktur des Körpers stärken und mobilisieren sowie die Körperfunktionen optimieren, mit dem Ziel, die Gesundheit zu erhalten und die Langlebigkeit zu fördern. Sie kann zur Genesung beitragen und wird zur Prävention vieler Krankheiten sehr empfohlen – was übrigens eines der Ziele der chinesischen Medizin ist.

Was macht man beim Qi Gong?:

  • Sehr vielfältige und in der Regel sehr langsame Bewegungen oder Bewegungsabfolgen
  • Statische Haltungen, die für eine bestimmte Zeit gehalten werden
  • Dehnungen und Wellenbewegungen
  • Atemübungen
  • Man steigert seine geistige Aufmerksamkeit und sein Wohlbefinden durch Visualisierung und Meditation

Für weitere Informationen über Qi Gong besuchen Sie diese Website

Pilates

Dieser Sport trägt den Namen seines Erfinders: Joseph Pilates, ein sportbegeisterter Deutscher, der in den 1920er Jahren seine vom Yoga, der Gymnasik und bestimmten Kampfkünsten inspirierte Methode vorstellte. Sie wird am Boden, auf einer Matte oder mit Geräten ausgeübt. Es kommen auch sogenannte „propriozeptive Hilfsmittel" zum Einsatz: Bälle, Federn und Elastikbänder, die Gleichgewichtsstörungen erzeugen und den Körper dazu anregen, eine spezifische Gruppe von Stabilisierungsmuskeln einzusetzen. Die Übungen sind anspruchsvoll, aber sanft: Ohne ruckartige Bewegungen oder Stöße dürfen sie niemals Schmerzen verursachen oder die Muskeln überbelasten. Die Bauch-, Gesäß- und Rückenmuskeln werden bei den meisten Übungen beansprucht. Eine gute Körperhaltung ist für die Pilates-Praxis unerlässlich.

Die Pilates-Methode basiert auf 8 Grundprinzipien, die demjenigen, der sie praktiziert, stets bewusst sein sollten:

  1. Konzentration
  2. Kontrolle
  3. Schwerpunkt
  4. Atmung
  5. Fluss
  6. Präzision
  7. Abfolge
  8. Isolation

Entdecken Sie jetzt das "Rose Pilates", eine speziell für Brustkrebspatientinnen entwickelte Methode, gemeinsam mit Rose Magazine!

https://www.youtube.com/watch?v=abD9_N26M9U

Auf der Website von Rose Magasine finden Sie zahlreiche Pilates-Einheiten online, die Sie jederzeit zu Hause durchführen und wiederholen können! Außerdem gibt es viele Zentren und Vereine, die Sportkurse anbieten, die speziell auf Krebspatienten abgestimmt sind:

Vernachlässigen Sie nicht Kuraufenthalte, die zahlreiche positive gesundheitliche Auswirkungen haben und von der Sozialversicherung immer häufiger erstattet werden. Und für weitere Informationen über Sport und Krebs, Vereine sowie mögliche Probleme im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung: soscancerdusein

Capilocia

Über den Autor

Capilocia

Capilocia, das ist das Abenteuer eines leidenschaftlichen Teams: Marc, ausgebildeter Haarprothetiker; Laura, Expertin und Direktorin; Dinah, Kommunikationsverantwortliche. Gemeinsam stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt jeder Beratung.

Seit 2007 bemühen wir uns um:

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